Louise Stomps im Edwin Scharff Museum: Konturen des Inneren erleben


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Louise Stomps: Innere Zustände in Holz, Stein und Grafik
Mit der Vernissage Louise Stomps. Konturen des Inneren eröffnet das Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm eine umfassende Einzelausstellung über eine eigenständige Bildhauerin und Grafikerin der Moderne. Am 13. November 2026 begegnen Besucherinnen und Besucher rund 35 Skulpturen aus Gips, Stein und Holz sowie Grafikserien aus den späten 1920er Jahren bis in die 1980er Jahre.
Vom menschlichen Urbild zur abstrakten Form
Louise Stomps, 1900 in Berlin geboren, begann erst im Alter von 27 Jahren mit dem Studium der Bildhauerei. Ihre künstlerische Entwicklung führt von der figürlichen Darstellung zu zunehmend freien, organischen Formen. Der Mensch bleibt dabei stets der zentrale Bezugspunkt: nicht als bloßes Abbild äußerer Erscheinung, sondern als Ausdruck innerer Erfahrungen, Erinnerungen und existenzieller Fragen.
Material als Träger von Erinnerung
Die Ausstellung macht die sinnliche Präsenz von Stomps’ Werk unmittelbar erfahrbar. Gips, Stein und Holz entfalten jeweils eine eigene Raumwirkung. Besonders die Maserungen des Holzes wurden für die Künstlerin zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Formensprache. In der Werkbetrachtung verbinden sich Oberfläche, Gewicht, Linie und Volumen zu einer stillen, konzentrierten Ästhetischen Erfahrung.
Liebe, Hoffnung, Trauer und Verlust
Stomps’ Skulpturen und Grafiken kreisen um existenzielle Themen wie Liebe, Hoffnung, Trauer und Verlust. Werke wie Ohne Titel (Mahnmal) von 1952 oder der Holzschnitt Hockender von 1947 veranschaulichen, wie eng Körper, Haltung und seelischer Ausdruck miteinander verbunden sind. Ihre Kunst bewahrt eine figürliche Erinnerung, selbst wenn die Formen immer stärker abstrahiert erscheinen.
Eine unabhängige Stimme der modernen Bildhauerei
Während des Nationalsozialismus waren Stomps’ Ausstellungsmöglichkeiten eingeschränkt. Nach 1945 konnte sie ihre Arbeiten wieder öffentlich zeigen, unter anderem im Kunstkabinett von Hanna Bekker vom Rath. 1960 zog sie nach Oberbayern und widmete sich in einer Wassermühle zurückgezogen ihrer Kunst. Die Ausstellung ordnet ihr Werk kunsthistorisch zwischen klassischer Moderne, expressiver Figuration und organischer Abstraktion ein.
Eröffnung mit Einführung und Musik
Zur Vernissage sprechen Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin der Stadt Neu-Ulm, Dr. Helga Gutbrod, Leiterin des Edwin Scharff Museums, sowie Elisabeth Heymer M.A. mit einer Einführung in die Ausstellung. Ein Blockflöten-Quartett der Musikschule Neu-Ulm übernimmt die musikalische Umrahmung. Die Ausstellung ist erstmals im süddeutschen Raum in dieser konzentrierten Form zu erleben.
Fazit: Kunst als sichtbare Bewegung des Inneren
Die Vernissage verspricht ein intensives Kunsterlebnis zwischen Skulptur, Grafik und kunsthistorischer Entdeckung. Besucherinnen und Besucher erleben, wie Louise Stomps aus Linie, Form und Material Bilder innerer Wirklichkeit entwickelt. Wer die stille Kraft moderner Bildhauerei, die Ausstellungsatmosphäre des Edwin Scharff Museums und kulturelle Bildung unmittelbar erfahren möchte, sollte diese Eröffnung in Neu-Ulm live besuchen.
Offizielle Kanäle von Louise Stomps:
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