Vom Logo zur Identität: Visuelle Designgeschichte im HfG-Archiv Ulm

Event: Neue Ausstellung „Vom Logo zur Identität: Visuelle Erscheinungsbilder der Bundesrepublik“ in HfG-Archiv Ulm, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm on 23. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

23. Oktober 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

HfG-Archiv / Museum Ulm
Am Hochsträß 8, 89081 Ulm, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

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Vom Logo zur Identität: Wie Deutschland sein visuelles Gesicht fand

Das HfG-Archiv Ulm widmet sich mit der Ausstellung „Vom Logo zur Identität: Visuelle Erscheinungsbilder der Bundesrepublik“ erstmals umfassend den Markenauftritten westdeutscher Unternehmen und Institutionen nach 1945. Vom 23. Oktober 2026 bis zum 29. März 2027 wird sichtbar, wie aus einzelnen Zeichen, Schriften und Farben prägende visuelle Identitäten der Bundesrepublik entstanden.

Grafikdesign zwischen Nachkriegsmoderne und gesellschaftlichem Wandel

Die Ausstellung führt in die Geschichte des deutschen Grafikdesigns und stellt die Entwicklung visueller Kommunikation in einen kunsthistorischen und gesellschaftlichen Zusammenhang. Historische Entwürfe von Peter Behrens für die AEG aus den Jahren 1907 bis 1914 verweisen auf frühe Grundlagen moderner Unternehmensgestaltung. Nach 1945 wandelte sich das einzelne Logo zunehmend zu einem umfassenden System aus Typografie, Farbwelt, Bildsprache und Gestaltungskonzept.

Otl Aicher, Anton Stankowski und die Kraft des visuellen Systems

Eine zentrale Rolle spielt die Entwicklungsgruppe E5 der Hochschule für Gestaltung Ulm. Unter der Leitung von Otl Aicher konzipierte sie 1961 und 1962 das erste systematische Erscheinungsbild der Lufthansa AG. Der Kranich im Kreis steht dabei exemplarisch für eine Gestaltung, die Präzision, Wiedererkennbarkeit und funktionale Klarheit miteinander verbindet.

Weitere Arbeiten stammen von Anton Stankowski, der unter anderem das Markenzeichen der Deutschen Bank entwickelte, sowie von Celestino Piatti, dessen Buchumschläge für den Deutschen Taschenbuch Verlag die visuelle Kultur der Bundesrepublik nachhaltig prägten. Die Werkbetrachtung eröffnet Einblicke in die Prinzipien der Hochschule für Gestaltung Ulm und in die Entwicklung der Corporate Identity.

Plakate, Logos und Handbücher als visuelle Zeitzeugnisse

Zu sehen sind Plakate, Logos, Drucksachen, Designrichtlinien, Handbücher und weitere Originalmaterialien. Die Ausstellung zeigt nicht nur einzelne grafische Entwürfe, sondern macht die dahinterliegenden visuellen Systeme erfahrbar. Formen, Raster, Zeichen und typografische Ordnungen treten in eine präzise kuratierte Beziehung und erzeugen eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre.

Gerade in der unmittelbaren Begegnung mit den Materialien wird deutlich, wie stark Gestaltung den Alltag prägt. Die Ästhetische Erfahrung reicht dabei vom klar gesetzten Schriftbild bis zur souveränen Reduktion eines Logos. Besucherinnen und Besucher entdecken vertraute Zeichen neu und erkennen, wie eng Designgeschichte, Wirtschaft, Politik und kulturelle Identität miteinander verbunden sind.

Erstmals in Deutschland zu sehen

Die Ausstellung entstand als Kooperationsprojekt der A5 Collection von Katharina Sussek und Jens Müller aus Düsseldorf mit der DNP Foundation for Cultural Promotion in Tokio. Unter dem Titel „Identity Systems Germany“ war die Präsentation bereits 2024 und 2025 in Kyoto und Tokio zu Gast. In Ulm ist sie nun erstmals in Deutschland zu erleben.

Das HfG-Archiv verbindet dabei Museum, Archiv und kulturelle Bildung. Die Ausstellung lädt dazu ein, die Geschichte der visuellen Erscheinungsbilder nicht nur als Designgeschichte, sondern als Spiegel der bundesdeutschen Moderne zu lesen.

Fazit: Ein Kunsterlebnis für Designinteressierte

„Vom Logo zur Identität“ eröffnet eine faszinierende Werkbetrachtung über Zeichen, Ordnung und gesellschaftliche Selbstbilder. Kunstinteressierte, Designliebhaber und alle, die sich für die Wirkung von Marken im öffentlichen Raum interessieren, erleben im HfG-Archiv Ulm eine konzentrierte Reise durch die deutsche Grafikgeschichte. Der Ausstellungsbesuch bereichert die kulturelle Bildung und schärft den Blick für die visuellen Systeme des Alltags.

Offizielle Kanäle von HfG-Archiv Ulm:

Quellen:

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