Im Licht des Schattens in der Petruskirche: Zeitgenössische Kunst über Vergänglichkeit


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Im Licht des Schattens: Ein Totentanz aus fragilen Formen
Die Ausstellung Im Licht des Schattens von Marlis Schabacker-Bock verwandelt die Petruskirche Neu-Ulm in einen stillen Ort der Werkbetrachtung. Am 31. Oktober 2026 begegnen Besucherinnen und Besucher den Arbeiten Fragmente eines Totentanzes, die den mittelalterlichen Bildgedanken des Totentanzes in eine zeitgenössische Formensprache überführen.
Der Tod als schwebende Gestalt
Im Zentrum steht der Tod nicht als dramatische Figur, sondern als diffuse, wolkenähnliche Erscheinung. Er schwebt über dem Geschehen, immer präsent und zugleich schwer greifbar. Diese künstlerische Setzung öffnet einen Raum für Nachdenken über Vergänglichkeit, Lebenszeit und die bewusste Gestaltung des eigenen Daseins.
Styropor zwischen Zerbrechlichkeit und Aussagekraft
Als Material verwendet Marlis Schabacker-Bock Styropor. Seine leichte, poröse und fragile Beschaffenheit verleiht den Werken eine eigentümliche Spannung: Das Material wirkt verletzlich und provisorisch, entwickelt in der Installation jedoch eine starke visuelle Präsenz. Formen, Schatten und Raumwirkung treten in einen stillen Dialog mit der Architektur der Petruskirche.
Kunsthistorischer Kontext und ästhetische Erfahrung
Der Totentanz gehört zu den eindringlichsten Bildmotiven der europäischen Kunstgeschichte. Seit dem Mittelalter verbindet er die Darstellung des Todes mit einer sozialen und moralischen Reflexion über die Gleichheit aller Menschen. Schabacker-Bock greift diese Kunstrichtung auf und übersetzt sie in eine zeitgenössische Installation, deren Wirkung aus Reduktion, Materialkontrast und spiritueller Atmosphäre entsteht.
Die Ausstellungsatmosphäre der Petruskirche verstärkt das Kunsterlebnis. Zwischen sakraler Raumhöhe, gedämpftem Licht und den fragilen Oberflächen entwickelt sich eine konzentrierte ästhetische Erfahrung. Die Werkbetrachtung gewinnt dadurch eine kontemplative Dimension, ohne sich einer eindeutigen Deutung zu verschließen.
Ein stiller Impuls für das eigene Leben
Die Ausstellung versteht den Tod als Mahner. Ihre Arbeiten fordern dazu auf, angesichts der Endlichkeit bewusster, intensiver und sinnvoller zu leben. Damit verbindet die Kuratierung kunsthistorische Erinnerungskultur mit kultureller Bildung und einer unmittelbaren persönlichen Erfahrung.
Fazit: Besucherinnen und Besucher erwartet ein eindringliches Kunsterlebnis zwischen Installation, sakraler Architektur und zeitgenössischer Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit. Wer Kunst als Anlass für Wahrnehmung, Reflexion und neue Perspektiven erlebt, sollte Im Licht des Schattens in der Petruskirche Neu-Ulm unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Marlis Schabacker-Bock:
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