„...worin noch niemand war“: Heimat als bewegendes Bühnenerlebnis in Ehingen


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Heimat auf der Bühne: Ein Abend zwischen Sehnsucht, Herkunft und Zukunft
Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, lädt das Landestheater Tübingen mit „...worin noch niemand war“ zu einem vielschichtigen Heimatabend in die Lindenhalle Ehingen ein. Die Inszenierung von Sascha Flocken betrachtet den Begriff Heimat aus unterschiedlichen Perspektiven und fragt mit großer Bühnenkunst, wer von Heimat sprechen darf, wer sich zugehörig fühlt und wo ein Zuhause überhaupt beginnt.
Eine theatrale Reise durch das Ländle
Der Autor Jörn Klare begab sich für seine Recherche auf eine Reise durch Baden-Württemberg, an dessen Grenzen und darüber hinaus. Er begegnete Menschen, die seit Generationen in der Region leben, nur vorübergehend bleiben oder sich an keinem Ort vollständig beheimatet fühlen. Aus diesen Begegnungen entstand ein Theaterabend, der persönliche Geschichten mit gesellschaftlichen Fragen verbindet.
Zwischen Gartenzwergen und großen Fragen
Die Inszenierung verbindet dokumentarische Recherche, Schauspielkunst und eine bewusst zugespitzte Bildsprache. Das Bühnenbild von Doreen Back spielt mit vertrauten Zeichen regionaler Idylle und stellt sie zugleich infrage. Gartenzwerge, eine Fototapete mit grasenden Kühen und ein geheimnisvolles Fenster erzeugen eine Atmosphäre zwischen Heimatmuseum, Wohnzimmer und surrealer Denklandschaft.
Dramaturgie zwischen Ernst Bloch und Gegenwart
Der Titel verweist auf Ernst Blochs berühmte Vorstellung von Heimat als einem Ort, der allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war. Von diesem Gedanken aus entwickelt sich eine Dramaturgie, die nationale Identitätsbegriffe ebenso beleuchtet wie regionale Werbeslogans und alltägliche Vorstellungen von Zugehörigkeit. Der Heimatabend bleibt dabei nicht im Nostalgischen stehen, sondern öffnet den Blick auf eine globalisierte Gegenwart.
Musik, Licht und Ensemble im Dialog
Die musikalische Leitung und das Arrangement von Jan Paul Werge geben dem Abend eine zusätzliche rhythmische Ebene. Das Ensemble mit Insa Jebens, Rolf Kindermann, Leo Kramer, Sarah Liebert und Gilbert Mieroph verwandelt Recherchematerial in lebendige Szenen, pointierte Begegnungen und nachdenkliche Momente. Die Publikumsreaktion auf frühere Aufführungen reichte von großem Applaus bis zu nachhaltiger Nachdenklichkeit.
Fazit: Ein Bühnenerlebnis mit offenem Ausgang
„...worin noch niemand war“ verspricht kein bequemes Heimatbild, sondern eine anregende theatrale Spurensuche. Besucherinnen und Besucher erwartet ein klug komponierter Theaterabend mit regionalem Bezug, politischer Tiefenschärfe und sinnlichen Bühnenmomenten. Wer Heimat nicht als fertige Antwort, sondern als offene Frage erleben möchte, findet in der Lindenhalle Ehingen einen lohnenden Abend.
Offizielle Kanäle von Landestheater Tübingen:
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