Die Familie Schroffenstein im Theater Ulm: Große Schauspielkunst erobert Ulm


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Blutbande und Liebesutopie: Kleists Schroffenstein als packendes Bühnenerlebnis
Am Theater Ulm trifft Heinrich von Kleists frühes Trauerspiel auf eine pointierte Inszenierung von Kay Metzger. In der intensiven Theateratmosphäre des Großen Hauses entfaltet sich ein Drama um Fehde, Misstrauen und die zarte Gegenkraft junger Liebe. Für Kulturfans ab 12 Jahren bietet der Nachmittag eine dichte Begegnung mit großer Schauspielkunst.
Drama im mittelalterlichen Schwaben – dicht, düster, mit Funken Hoffnung
Zwei verfeindete Häuser, Rossitz und Warwand, stehen sich unerbittlich gegenüber. Ein ungeklärter Todesfall gießt Öl ins Feuer. Gegen die Spirale der Vergeltung setzen Agnes und Ottokar ihre Utopie von Liebe. Kleists Sprache schlägt Funken, die Regie verdichtet Konflikte zu Szenen von unheimlicher Klarheit.
Inszenierung mit Präzision: Regie, Spiel und Dramaturgie im Gleichklang
Kay Metzgers Inszenierung fokussiert die Dynamik der Feindschaft und die fragile Zärtlichkeit der Liebenden. Das Ensemble agiert mit emotionaler Präzision, die Dramaturgie schärft Motive von Vorurteil, Ehre und Wahrheitsverzerrung. Das Bühnenbild von Heiko Mönnich verwandelt mit wenigen Setzungen Räume, während die Lichtgestaltung von Johannes Grebing Spannungsbögen modelliert: kalte Härte in den Sippenräten, warmes Flirren, wenn Agnes und Ottokar aufatmen.
Bühnenbild und Lichtstimmung: Wandelbare Zeichen einer verfeindeten Welt
Strenge Architektur, verschiebbare Elemente, Schattenkanten: Das Auge liest Konfliktlinien bereits im Raum. Schräg einfallendes Licht zeichnet Wege, die plötzlich enden. Ein farblich reduziertes Kostümbild unterstreicht Machtverhältnisse, während akustische Akzente wie ein fernes Grollen den fatalen Sog der Handlung fühlbar machen.
Publikumsreaktion: Atempausen zwischen Wucht und Poesie
Die Publikumsreaktion pendelt zwischen konzentrierter Stille und spontanem Applaus nach starken Tableaus. Besonders das Liebespaar berührt mit radikaler Verletzlichkeit. Am Ende: langer, geschlossener Beifall für Ensemble, Ausstattung und Regie.
Fazit
Diese Schroffenstein-Aufführung verbindet kluge Dramaturgie mit sinnlicher Theaterpraxis. Wer erleben will, wie Kleists Sprachkunst heute trifft, findet hier eine spannungsgeladene, zugleich poetische Begegnung mit einem Klassiker. Jetzt live dabei sein und Theater auf den Punkt erleben.
Offizielle Kanäle von Theater Ulm:
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