Brückenbau in Ulm mit nächtlichen Sperrungen
Gänstorbrücke: „Hochzeit“ um zwei Nächte verschoben – das müssen Autofahrer jetzt wissen
Ulm/Neu-Ulm. Der nächste große Baufortschritt an der Gänstorbrücke verschiebt sich erneut: Die geplante „Hochzeit“, also das erstmalige Schließen der letzten Lücke zwischen zwei Brückenteilen, soll nun in der Nacht von Donnerstag auf Freitag stattfinden. Für den Autoverkehr bedeutet das in dieser Woche drei nächtliche Vollsperrungen mit Umleitungen. Der Geh- und Radweg bleibt nach Angaben der Stadt Ulm währenddessen geöffnet.
Warum sich der Zeitplan erneut verschoben hat
In dieser Bauphase hängt der Ablauf weniger an Arbeiten vor Ort als an der Logistik: Für die Verbindung der neuen westlichen Brückenseite werden vier schwere Bauteile angeliefert, die jeweils bis zu 40 Tonnen wiegen. Die Elemente werden per Schwertransport nach Ulm gebracht; nach Projektangaben stammen sie aus Krakau.
Die „Hochzeit“ war bereits zweimal verschoben worden. Zunächst wurde die Schwertransportgenehmigung nach Darstellung von Projektleiter Timo Roth wegen des hohen Verkehrsaufkommens rund um Pfingsten angepasst – die Maßnahme rückte dadurch im Kalender. Anschließend geriet der Transport bei Görlitz in eine Baustellensituation: Dort sei das übergroße Fahrzeug nur mit zusätzlicher Begleitung durchgekommen, die ursprünglich nicht eingeplant gewesen sei. Weil die Teile dadurch später eintreffen sollten, ließ sich der Einhub nicht wie vorgesehen durchführen.
Nach dem aktuellen Stand sollen die Bauteile erst in den frühen Morgenstunden des Donnerstags in Ulm ankommen. Die Stadt hat deshalb die Verbindung der Brückenteile für die Nacht von Donnerstag auf Freitag eingeplant; die Nacht von Freitag auf Samstag ist als Puffer vorgesehen.
Was die Sperrungen konkret bedeuten
Für die Einhub-Arbeiten wird die Gänstorbrücke in den Nächten von Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils von 21 Uhr bis 5 Uhr für den Kfz-Verkehr voll gesperrt. Die Stadt Ulm hat die nächtlichen Vollsperrungen für den Zeitraum der Arbeiten angekündigt. Der Autoverkehr wird in dieser Zeit über die Herdbrücke und die Adenauerbrücke umgeleitet.
Für Fußgänger und Radfahrer ist entscheidend: Der Geh- und Radweg auf der Gänstorbrücke bleibt nach Angaben der Stadt während der nächtlichen Arbeiten geöffnet.
Vor Ort kommt ein Mobilkran zum Einsatz, der die Bauteile direkt vom Schwertransporter in ihre endgültige Position hebt. Die Vollsperrungen sind damit nicht nur Absicherung, sondern Teil des Bauablaufs: Beim Heben und Positionieren großer Segmente müssen die Arbeitsbereiche frei bleiben. Die Stadt Ulm begleitet die Maßnahme zudem mit einem Livestream von der Baustelle.
Meilenstein – aber noch kein Ende der Baustelle
Mit dem Schließen der Lücke ist zwar ein sichtbarer Meilenstein erreicht, die neue Brückenhälfte ist damit aber noch nicht fertig. Nach dem Einhub müssen die Bauteile fixiert und verschweißt werden, anschließend folgt der Fahrbahnbelag.
Anfang September soll nach derzeitigem Zeitplan erstmals Verkehr über die neue Gänstorbrücke rollen. Die Brücke ist eine zentrale Donauquerung; künftig sollen dort wieder zehntausende Autos pro Tag fahren.
Politisch und organisatorisch bleibt das Projekt auch nach der „Hochzeit“ ein Langläufer: Sobald die neue westliche Seite in Betrieb ist, folgen Abriss und Neubau der östlichen Brückenhälfte. Das Gesamtprojekt soll Ende 2027 abgeschlossen sein; die Kosten sind mit 53 Millionen Euro veranschlagt.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/gaenstorbruecke-ulm-neu-neu-ulm-hochzeit-100.html, 27.05.262026
- https://www.ulm.de/aktuelle-meldungen/bm3/ulmbautum/2026/20260520_vollsperrung_gtb
- https://www.ulm.de/-/media/ulm/sub/kost/download/newsletter-ulm-bau-um/ulmbautum-baustellen-update-216.pdf?rev=036d969ea25b4df1baafa1e6fe547e62
- https://www.ulm.de/-/media/ulm/sub/kost/download/newsletter-ulm-bau-um/ulm-baut-um-newsletter-136_240729.pdf

