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BBL-Analyse vor dem Auswärtsspiel

Ulm vor dem nächsten BBL-Duell: So steht das Team von Ty Harrelson

ratiopharm ulm geht als Tabellenfünfter in die nächste Phase der BBL-Saison. Die Ausgangslage ist stabil, die jüngsten Ergebnisse zeigen aber, dass das Team im Saisonendspurt weiter liefern muss, um die Position in der oberen Tabellenhälfte zu behaupten.

Die Ausgangslage vor Würzburg

Nach 32 Spielen steht Ulm bei 36 Punkten und einer Bilanz von 18 Siegen und 14 Niederlagen auf Rang fünf der easyCredit Basketball-Bundesliga. Am 2. Mai folgt das Auswärtsspiel bei den Fitness First Würzburg Baskets, anschließend ist am 10. Mai noch die Partie bei den SKYLINERS angesetzt. Beide Spiele werden mit DYN als Übertragung geführt.

Gerade mit Blick auf die Platzierung sind diese Termine mehr als Pflichtaufgaben: In einem engen Tabellenbild zählt jeder Sieg doppelt – nicht nur für den Rang, sondern auch für das Gefühl, mit dem man in die entscheidende Phase der Saison geht.

Auffällig bleibt dabei die klare Trennlinie zwischen Heim- und Auswärtsleistung. In der ratiopharm arena holte Ulm 12 Siege bei 5 Niederlagen, auswärts stehen 6 Erfolge und 9 Niederlagen. Das Spiel in Würzburg ist damit auch ein Gradmesser: Gelingt es, die eigene Qualität verlässlicher „auf fremdem Parkett“ umzusetzen, steigt die Chance, die gute Ausgangsposition zu festigen.

Ulm spielt seit 2006 in der BBL und trägt seine Heimspiele in der ratiopharm arena Ulm (Kapazität: 6000) aus. Zu den größten Erfolgen zählen die deutsche Meisterschaft 2023 sowie mehrere Vizemeisterschaften (1998, 2012, 2016 und 2025) und der Pokalsieg 1996.

Was die jüngsten Ergebnisse über Ulm zeigen

Die letzten Tage haben das Wechselhafte der aktuellen Ulmer Phase unterstrichen: Am 19. April gewann das Team auswärts bei den ROSTOCK SEAWOLVES mit 75:68, am 22. April folgte zu Hause eine 77:89-Niederlage gegen ALBA BERLIN, ehe am 25. April ein 81:72-Heimsieg gegen die Veolia Towers Hamburg gelang.

In den vergangenen zehn Spielen kassierte Ulm fünf Niederlagen. Das ist kein Einbruch, aber ein Signal: Ulm bewegt sich in einem Bereich, in dem Kleinigkeiten entscheiden – und in dem es schwer ist, Spiele „auf Autopilot“ zu gewinnen.

Auch die Verteilung der Offensivlast passt zu diesem Bild. Gegen ALBA war Mark Smith Ulms bester Werfer, in Rostock setzte Christopher Ledlum Akzente. Beim Sieg gegen Hamburg war Devon Daniels IV auf Seiten der Towers der Topscorer. Ulm kann aus mehreren Richtungen scoren – muss diese Optionen aber konstanter in Ergebnisse übersetzen, besonders auswärts.

Warum die Statistik den Tabellenplatz stützt

Die Teamzahlen erklären, warum Ulm trotz Schwankungen im oberen Feld steht. Im Schnitt erzielt die Mannschaft 82,2 Punkte pro Spiel, die Gegner 78,2. Dazu kommen leichte Vorteile bei den Rebounds (38,9 zu 37,8) und bei den Assists (17,9 zu 16). Auch bei der Wurfeffizienz liegt Ulm knapp vorn: 43,5 Prozent Feldwurfquote gegenüber 42,8 Prozent der Gegner.

Diese Werte deuten auf ein Team hin, das in mehreren Kernbereichen einen kleinen, aber messbaren Vorteil hat – genau das ist in einer ausgeglichenen Liga oft der Unterschied zwischen Mittelfeld und Top-Plätzen. Gleichzeitig zeigen sie, wie schmal die Kante ist: Ulm gewinnt nicht über eine dominante Einzelkategorie, sondern über das Gesamtpaket. Sobald eine Säule wackelt – etwa die offensive Effizienz oder die Kontrolle am Brett – kippt ein Spiel schneller.

Unterstrichen wird das durch den Heim-/Auswärts-Split auch in der Produktion: Von insgesamt 2630 Treffern fielen 1420 in eigener Halle. Für das Spiel in Würzburg heißt das: Ulm braucht seine Struktur und seine Balance auch ohne Heimvorteil – sonst wird der statistische Vorsprung, der den Tabellenplatz trägt, in der Praxis zu klein.

Kaderstruktur: jung, breit – und damit nicht immer vorhersehbar

Der Kader umfasst 20 Spieler, das Durchschnittsalter liegt bei 23,6 Jahren. Im Aufgebot stehen 9 Guards, 8 Forwards und 3 Center; 9 Spieler besitzen die deutsche Nationalität, 11 weitere stammen aus 8 verschiedenen Nationen. Headcoach ist Ty Harrelson, zum Trainerstab gehört außerdem Tyron McCoy.

Für die Saisonphase, die jetzt ansteht, ist das eine zweischneidige Ausgangslage: Breite hilft, Belastung zu verteilen und unterschiedliche Matchups zu spielen. Gleichzeitig kann ein junges Team in engen Wochen stärkere Ausschläge haben – nach oben wie nach unten. Ulm hat die Zahlen, um oben zu bleiben. Ob daraus am Ende auch die passende Platzierung wird, entscheidet sich daran, wie verlässlich das Team diese Basis in Auswärtsspielen wie in Würzburg bestätigt.

Häufig gestellte Fragen

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